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25. März 2026

Agrivoltaik: Die Hangneigung entscheidet über die Wirtschaftlichkeit

Nicht nur die Sonneneinstrahlung, sondern vor allem die Neigung des Geländes entscheidet über Erfolg oder Herausforderung bei Agrivoltaik-Projekten. Eine neue theoretische Analyse der Federal University of Rio de Janeiro (UFRJ) zeigt klar: Die Hangneigung ist ein strategischer Faktor, der Kosten, landwirtschaftliche Nutzbarkeit und Wirtschaftlichkeit massgeblich beeinflusst.

Die drei entscheidenden Hangneigungs-Bereiche

Die Forscher unterteilen das Gelände in klare Kategorien:

  • Bis 5 % Neigung (flach): Optimal für Agrivoltaik. Niedrigste Installations- und Betriebskosten, beste mechanisierte Bewirtschaftung, minimale Erosionsgefahr und höchste landwirtschaftliche Produktivität.
  • 5–11 % Neigung (leicht geneigt): Noch sehr gut geeignet. Leichte Mehrkosten bei der Montage, aber weiterhin hohe landwirtschaftliche Nutzbarkeit.
  • 11–38 % Neigung (stark geneigt): Technisch machbar (einige Studien erlauben sogar bis 70 %), aber wirtschaftlich und agronomisch herausfordernd. Erhöhte Erdarbeiten, Erosionsrisiken und Einschränkungen bei Maschineneinsatz treiben die Kosten deutlich nach oben. Ab 15 % sinkt die landwirtschaftliche Eignung spürbar; ab 25–30 % eignet sich das Gelände eher für Weide, Forst oder Naturschutz statt intensiver Ackernutzung.

Wichtige Erkenntnisse im Detail

  • Kosten: Ab 4 % Neigung steigen die Installationskosten merklich durch aufwändige Fundamente, Drainage und Geländeanpassungen. Steilere Hänge können technisch funktionieren, werden aber oft unwirtschaftlich. Es sei denn, der Strom- und Ernteertrag rechtfertigt die Mehrkosten.
  • Energieertrag: Die PV-Produktion selbst wird durch die Neigung kaum beeinträchtigt, wenn die Module richtig ausgerichtet sind. Der limitierende Faktor ist fast immer die landwirtschaftliche Nutzbarkeit.
  • Landwirtschaft: Unter 15 % Hangneigung bleibt die Balance zwischen Strom- und Nahrungsmittelproduktion ideal. Darüber steigt das Erosionsrisiko, die Bewirtschaftung wird schwieriger und der Flächennutzungskonflikt grösser.

Die Studie betont: „Ist es technisch möglich, Agrivoltaik-Anlagen auf Hängen über 30 % zu installieren? Ja, vorausgesetzt, man akzeptiert höhere Kosten und setzt ingenieurtechnische Lösungen ein, die Bodenverluste verhindern. Wirtschaftlich kann es aber schnell unattraktiv werden.“

Relevanz für die Schweiz

In der Schweiz mit ihren vielen Hügel- und Berglagen ist diese Erkenntnis besonders wertvoll. Agrivoltaik-Projekte auf leicht geneigtem Gelände (unter 15 %) bieten enormes Potenzial: Doppelnutzung von Acker- und Weideflächen, stabile Erträge und gleichzeitig Beitrag zur Energiewende ohne wertvolles Flachland zu blockieren. Für steilere Lagen empfehlen die Forscher vertikale Systeme oder Kombinationen mit Weide- und Naturschutz.

Fazit und Empfehlung

Die Hangneigung ist ein strategisches Kriterium bei der Standortwahl. Mit der richtigen Planung und Technik kann Agrivoltaik auch auf nicht-flachem Gelände wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sein. Wer aktuell Projekte plant, sollte frühzeitig die Geländeneigung prüfen, das spart später teure Überraschungen. Den vollständigen Artikel (englisch) finden Sie hier: https://www.pv-magazine.com/2026/02/13/the-impact-of-land-slope-on-agrivoltaics-feasibility/